TOTILAS
der erste Auftritt unter Matthias Rath
 

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Oft zu eng im Hals, die Einerwechsel nicht genügend nach vorne, in der Trabtour zu vorsichtig - und trotzdem ein Dressurerlebnis: Der erste Auftritt von Totilas und Matthias Alexander Rath im Kurzprotokoll - von Roland Kern


Totilas in München - 10 000 Menschen säumen das Viereck, nach der Ansage tost der Applaus, dann kann man eine Stecknadel fallen hören, die Spannung liegt in der Luft. Matthias Alexander Rath ist bleich - der Druck lastet wohl zentnerschwer. Schon seit Stunden pilgern die Dressurfans zum Dressurstadion des riesigen Reitgeländes. Die Hälfte beobachtete das Paar auf dem Abreiteplatz, die andere Hälfte der Besucher sichert sich einen Platz auf der Tribüne. So ein Dressurspektakel hat es in Deutschland noch nie gegeben.

Der Hengst galoppiert losgelassen um das Viereck, das Einreiten ist gerade, die Grußaufstellung gerade und ruhig. Das Antraben eifrig, der Schwung gut durch den Körper. Der erste Starke Trab: Zu wenig Schub aus der Hinterhand, spektakuläres Vorderbein. Die Richter geben überwiegend die Sieben. Ein erster kleiner Makel.

Die Trabtraversalen sind schwungvoll, gut gebogen und im Takt - sehr gelungen. Dann die Passagen: Nicht schlechter als unter Edward Gal, spektakulär, sicher im Takt, fast ein bisschen hektisch im Ablauf. In der ebenso ausdrucksstarken Piaffe gibt es ein Stocken, der Übergang in die Passage wirkt etwas übereilt. Auch in der Passage hat der Hengst zwei kurze "Aussetzer" - aber das sind kleine Abstimmungsschwierigkeiten. Aber Rath kann aufatmen - in der ersten Tour hat er sich schon mal bewährt. Für die Passagen gab es zurecht Neuner!

Im Schritt wirkt der Hengst unsicher in der Anlehnung, eine Sechs als Quittung der Jury.

Im Galopp muss das Paar noch besser zusammenfinden: Runde zu Runde wird der Hengst enger im Hals, die Zweierwechsel sind gerade und schwungvoll, die Einerwechsel zwar sicher gesprungen aber zu statisch. In den Galopp-Pirouetten müsste Totilas fleißiger abspringen, weniger drehen. Die letzte Pi-Pa-Tour auf der Mittellinie ist nochmal spektakulär.

Es war ein Erlebnis, dabeigewesen zu sein. Totilas und Matthias Alexander Rath sind noch nicht glanzvoll, aber sie haben den Einstieg geschafft - sie sind auf dem Weg.

Der baden-württembergische O-Richter Dr. Dietrich Plewa gibt eine Acht für Sitz unf Einwirkung. Sein Kommentar dazu: "Für den Druck, den Du aushalten musstest."