Hengstschau Gestüt Tasdorf

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Quelle: Gestüt Tasdorf

21. März 2009

Das Gestüt Tasdorf lud zur alljährlichen Hengstpräsentation und etliche Züchter, Fachleute und Interessierte kamen, um die Beschäler zu begutachten und blieben, um im Anschluss die Verkaufspferde anzuschauen.

Bis auf den letzten Platz war die Halle gefüllt, als Hausherrin Petra Wilm die Gäste begrüßte, die Veranstaltung eröffnete und das Mikrofon an Moderator Claus Schridde übergab. Zunächst zeigten sich drei Youngster beim Freispringen. Ein zweijähriger Cracker-Jack-Sohn, ein vierjähriger Castellini-Sohn und der Beschäler Prince Patmos. Danach folgte eine Jährlingsstute von Elfado-Feingeist (Züchter und Besitzer: Tanja Ohlsen, Ruhwinkel), die in Vertretung für ihren Vater auftrat. „Elfado zog sich im Dezember letzten Jahres eine Fissur zu, die bestens verheilt ist. Allerdings wollen wir ihm noch Zeit geben, sich ganz zu erholen und ihn deshalb vorerst noch nicht im Rahmen einer Schau zeigen“, erklärte Petra Wilm, warum der Trakehner Beschäler, der im letzten Jahr Trakehner Bundeschampion und Viertplazierter des Bundeschampionats in Warendorf wurde, nicht gezeigt worden ist.

Beispielhafte Ausbildung
Als Almoretto in die Bahn kam, staunten die Zuschauer nicht schlecht, denn der Edelfuchs ist über die Wintermonate noch imposanter geworden. „Almoretto ist erst jetzt zu einem richtigen Sportler herangereift. Er hat sich körperlich und vom Kopf her unheimlich weiterentwickelt und ist jetzt auf dem Weg in die Grand-Prix-Klasse“, erklärte Trainer Ernst Hoyos und gab Petra Wilm vor allen Zuschauern eine Unterrichtseinheit, um das tägliche Training in Tasdorf zu demonstrieren. Almorettos fünfjähriger Sohn Anuk zeigte, wie dunkel und leistungsstark sich der nun neunjährige vererbt. Auch seine einjährige Tochter, die viel zu früh ihre Mutter Castellina verlor, wusste zu überzeugen. Das aus dem verwaisten Fohlen eine kecke junge Dame geworden ist, verdankt sie der Familie Pöhls, deren Stute Ulika die Kleine adoptierte und aufzog. Hierfür wurde die Familie Pöhls besonders geehrt.
Prince Patmos, der Reservesieger zu Neumünster und Siegerhengst in Dänemark vom Gestüt Drei Kronen, trat dann unter dem Sattel von Kornelia Kindermann auf und präsentierte sich als selbstbewusste und rittige Remonte. Es folgte der „Heimkehrer“ Kasimir unter Hannes Lütt mit Lektionen der S-Klasse. Der nun siebenjährige Ivernel-Sohn, der zur Tasdorfer Siegerfamilie 2008 gehört, wurde in Tasdorf gezogen und seine Besitzerin, Dr. Elke Söchtig, beschloss vor ein paar Monaten ihn für die Ausbildung zurück nach Tasdorf zu bringen. Ein Jahr jünger ist Easy Game alias „Mr. Long Legs“, der von Jan Lens präsentiert wurde. Der langbeinige Gribaldi-Sohn hatte gleich drei Nachkommen im Schlepptau, die alle seinen Schick, Charme und seine Eleganz verkörperten.
Die Züchterehrung war wie immer das Herzstück der Schau, denn ohne die Züchter gäbe es keine Hengststation in Tasdorf. Viele Pferdekenner arbeiten seit Jahren mit den Beschälern des Gestütes und dies muss laut der Hausherrin auch belohnt werden. „Ohne die Mitarbeit und Fachkenntnis und manchmal auch ohne den Mut der Züchter, kann so ein Betrieb nicht zukunftsorientiert arbeiten“, verkündete Petra Wilm und bedankte sich herzlich mit einem Präsent bei den erfolgreichsten von ihnen.

Springen mit „Vossi“
Zwei Stuten die im vergangenen Jahr für Furore sorgten, zeigten sich auf der Hengstschau in beispielhafter Verfassung. Die vierjährige Vioretta von Almoretto, die im letzten Jahr eine 10,0 im Freispringen auf ihrer Stutenleistungsprüfung bekam, zeigte sich unter Hannes Lütt in bester Manier. Ebenso die sechsjährige Traviata von Castellini, die mit ihrem Reiter und Ausbilder Thomas Voss bereits bis Springpferde M siegreich ist. Nun musste Nationenpreisreiter Voss schnell für den nächsten Auftritt umsatteln und in der Zwischenzeit kam ein Fohlen von King Arthur aus der Kreta II aus eigener Zucht in die Bahn, gefolgt von einem Almoretto-Fohlen aus der Zucht und dem Besitz der Familie Scheerenberger. Fünf Minuten später war es dann soweit, der Championatsreiter Thomas Voss zeigte „seinen“ Starhengst Cracker Jack. „Ich bin froh, dass ich ihn reiten darf, denn er ist einer, der alles mitmacht und immer leistungsbereit ist“, erklärte „Vossi“ per Headset und trat direkt den Beweis an. Springkommentator Harm Sievers aus dem Nachbarstall gab Anweisung, die Distanz mit verschiedenen Galoppsprüngen zu reiten. Und ob sechs, sieben, acht oder neun – für Cracker Jack alles kein Problem. Als Thomas Voss dann beim Simulieren eines Stechens die Distanz mit nur vier Galoppsprüngen hinter sich lies, war das Publikum restlos begeistert.

Dressurdarbietung
Contendo heißt der sechsjährige Castellini-Sohn, der den Beweis für die Dressurveranlagung seines Vaters lieferte. Unter Jan Lens zeigte er Lektionen bis zur Klasse S und empfahl sich als kalibriges Zukunftspferd für das große Viereck. Als Gast war Tannenhof´s Cassitano von Casado-Briscar mit Dominik Bürker aus Hessen angereist. Der dreijährige Holsteiner begeisterte besonders im Galopp und hinterließ einen guten Eindruck für das Gestüt Tannenhof. Donaudichter vom Gestüt Drei Kronen zeigte dann, wie einfach Dressurreiten aussehen kann. Mit Nils Bezold im Sattel präsentierte der Hengst nahezu spielerisch die schweren Lektionen bis zu den Einerwechseln und lies bestimmt das ein oder andere Züchterherz höher schlagen. Mit Kiton xx hat der erste Vollblüter eine Beschälerbox in Tasdorf bezogen. Der Lando-Sohn vom Gestüt Ittlingen durfte sich frei und natürlich in der Halle bewegen und wird hoffentlich bald die Trakehner Zucht im Norden beeinflussen.
Unter dem Titel „Adel verpflichtet“ bildeten drei Nachkommen des E.H. King Arthurs die Vorhut für ihren Vater. Der dreijährige Hengst Kaspian und die vierjährige Kimberly, beide aus der Kosima von Ivernel (gezogen von Nicola Offen, Hamburg), traten den Beweis für die Rittigkeit und Eleganz des Hauptbeschälers an. Genau wie die dreijährige Stute, die vom Gestüt Panker vorgestellt wurde. Dann kam er: Der König von Tasdorf mit seiner Entdeckerin, Besitzerin und Reiterin Petra Wilm, die zudem sein größter Fan ist. „King Arthur ist Frau Wilms absoluter Liebling. Die beiden sind in den letzen Jahren als Team zusammengewachsen und werden auch in Zukunft zusammen in der höchsten Klasse an den Start gehen“, kommentierte Ernst Hoyos den harmonischen Auftritt des Paares. Während die Hengstschau noch lief, gab es eine freudige Nachricht aus Warschau: H-Ekwador, der sportlich im Einsatz war und deshalb in Tasdorf leider fehlte, siegte in der Weltcup-Kür auf dem internationalen Turnier in Warschau mit 72,4 Prozent.

Verkaufspferde
Nach der Hengstschau gab es erst mal eine Stärkung für die Zuschauer. Für nur einen Euro konnte sich jeder mit Speisen und Getränken stärken. Das gesammelte Geld wird nun gezählt und fließt dann an die Jugendarbeit in Schleswig-Holstein.
Noch während gegessen wurde, baute das Tasdorfer Team wieder den Freispring-Parcours auf und die Offerten des 6. Tasdorfer Verkaufstages, der zum ersten Mal auf dem Gestüt stattfand, präsentierten sich.
Einige sehr gute Jungpferde zeigten sich über dem Sprung und später unter dem Sattel von ihrer besten Seite, so dass Kommentator Harm Sievers sichtlich beeindruckt war und sich zum Beispiel bei der vierjährigen Contendro I-Leuthen II-Stute zu Aussagen wie: „Das sieht man nicht alle Tage“, hinreißen lies. Von talentierten Jungpferden über gehobene Freizeitpartner bis hin zu Pferden für den Reiternachwuchs, war alles vertreten und zahlreiche Zuschauer und Interessenten schauten gespannt zu, probierten im Anschluss die Pferde aus und vereinbarten weitere Termine, um die Auserwählten zu begutachten.

Auf der Internetseite von Gestüt Tasdorf Bilder der Hengstschau anschauen

Verantwortlich für Beschallung und Musik der gesamten Veranstaltung:
Markus Hinzke / HAPPY HIPPO Team